Das Bistum München Freising ist groß. Sehr groß. Mit rund 1,5 Millionen Katholiken ist es eines der größten Bistümer im deutschsprachigen Raum. Trotz der enormen Größe besteht aber der pastorale Wunsch, besonders bei einem so wichtigen Sakrament wie der Firmung, den Jugendlichen ein Zeichen der Nähe zu vermitteln und den Spagat zu wagen, in den hunderten von Pfarreien und Pfarrverbänden Firmungen in kleinen, auf die Jahrgänge beschränkten Gruppen durchzuführen und gleichzeitig durch das Entsenden von Priestern, die als Domkapitulare oder mit ähnlich hohem Rang eine bedeutende diözesane Stellung innehaben, das Gefühl für die Weltkirche zu vermitteln.
Am 25. Mai 2026 ist die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV erschienen. Das Thema der Künstlichen Intelligenz gilt ja als Herzensanliegen des Papstes, der schon bei der Namenswahl an die große Sozialenzyklika von Leo XIII anknüpfte; eine Analogie zwischen den Umwälzungen der Industrialisierung und eben heute, der KI.
Was mir an mehreren Stellen aufgefallen ist, betrifft gar nicht so sehr das Hauptthema. Es ist der durchgehende Anspruch an alle Getauften, sich verbal einzubringen, Vorschläge auszubreiten und so aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben. Das gilt primär für die westlichen Demokratien, aber es schimmert immer auch eine Interpretation von Synodalität in der Kirche durch.
Immer häufiger muss man sich die Frage stellen, ob politisches Handeln schlicht der Unwissenheit über historisch längst erkannte Zusammenhänge entspringt, ob simple Einsichten über das Wirtschaften, menschliche Egozentrik, Grundbedürfnisse von Kindern, Familien, Alten und Kranken oder über ganz allgemeine Konventionen des Anstands nicht mehr bekannt sind, oder ob die Missachtung traditionell als natürlich empfundener Regelungen einer Logik entspringt: einer neuen völlig anderen Art zu denken und die Welt zu begreifen und zu gestalten.
„Gods own Country“, oder wie Trump heute sagt „America first“, zeigt von je her ein starkes Selbstbewusstsein, ein oft sogar naiv wirkender Glaube an die eigene Überlegenheit, nicht nur wirtschaftlich und technisch, sondern vor allem auch moralisch.
Außerhalb der Vereinigten Staaten wird dieses Auftreten gemischt wahrgenommen. Die einen lehnen die Arroganz, die mit solchen Sprüchen zum Ausdruck kommt ab und weisen im Gegenzug auf die zahlreichen Missstände im Land hin, andere suchen die Nähe zur zelebrierten Stärke, unter der sie Schutz suchen und sich gegebenenfalls auch einen Brocken der Macht erhoffen.
Was gibt Halt im Leben? Worauf kann man seine Hoffnungen stützen, seine Träume? Auf welchem Boden kann man gefestigt stehen und den Anfeindungen trotzen, die einem täglich wie stechender Eisregen, von einem unerbittlichen Sturm getrieben, ins Gesicht schlagen? Von einem Sturm, der einen wie mit kalten Händen unter die Achseln greift, dem Boden zu entreissen droht und dessen eisiger Hauch sich langsam lähmend im Körper ausbreitet, gefolgt von einer Illusion der Wärme, mit der er seinen tödlichen Griff zu vollenden ansetzt?
Auf der Social-Media-Plattform X erhielt ich unlängst folgende bemerkenswerte Antwort eines katholischen Priesters auf meine Ansicht, dass das Geschlecht des Priesters Auswirkungen auf das Gottesbild von Gläubigen habe:
„Das Geschlecht des Kultpersonals hat nun wirklich gar nichts mit Mono- oder Polytheismus zu tun.“
Nun mag es an der Flüchtigkeit des Mediums liegen, dass man schnell mal auf etwas antwortet ohne es richtig gelesen zu haben, denn natürlich sprach ich nicht vom Polytheismus, sondern vom Pantheismus, doch das ist gar nicht mal der Punkt: der Begriff des Kultpersonals ist der, der mich stutzig gemacht hat.
Der Kölner Dom und ihm folgend wohl auch andere Kirchen werden für den Besuch außerhalb von Messzeiten Eintritt verlangen. Für den Dom sind Preise von bis zu 13 EUR im Gespräch. Die Gier der Kirchenfunktionäre scheint keine Grenzen zu kennen.
Ich empfinde es immer schon als ein Übel, wenn man Kirchen zu Museen degradiert und Eintritt verlangt. Auch wenn das vielerorts üblich ist, so widerspricht es doch meinem religiösen Empfinden, dem tiefen Wunsch, einen Ort der Nähe Gottes aufzusuchen, um im Schatten des Tabernakels mit Blick auf das Ewige Licht mein Herz öffnen zu können.
Yoga und andere an Fernost angelehnte Meditationstechniken stehen nach wie vor auch bei uns hoch im Kurs. In vielen Firmen gibt es regelmäßige Veranstaltungen für Mitarbeiter und auch das Angebot an Freizeitkursen ist enorm. Die Menschen versprechen sich Entspannung, Erholung und allgemein ein besseres Wohlgefühl.
In der politischen Debatte wird der Islam in erster Linie vor dem Hintergrund muslimischer Gewalttäter diskutiert. Angesichts der Entwicklungen insbesondere in den letzten Jahren, ist das auch nicht verwunderlich. Täglich gibt es Auseinandersetzungen mit Messern, Gruppenvergewaltigungen, sogenannte Clankriminalität, und dass die Täter keine Muslime sind, ist eher die Ausnahme.
Jemand ist gestorben. Jemand, der nicht wenigen ein Vorbild war, ein Vorbild im Leben, im Glauben und in der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.
Er war ein frommer Mann. Eher introvertiert. Ein Gelehrter, ein Fürst der Kirche, noch vom alten Schlag wie ihm Freund und Feind zuschreiben. Er war ein Fels in der Brandung. Still und verlässlich, unübersehbar für jene, die sich an ihm aufrichten wollten oder sich an ihm gerieben haben.
Nun ist er also heimgegangen, ins Reich seines Herrgotts, zu den Seinen, die ihm vorangegangen sind und zum Leidwesen jener, die ihm noch folgen werden und die nun eine ihrer Stützen in diesen rauen Zeiten verloren haben.