Willkommen zu Technik und Technologie


Geschichten über das Schlaraffenland kennen wir viele. Sei es die klassische Version von Grimm oder Bechstein, das englische „Land of Cockaygne“ oder das französische „Pays de Cocagne“, wo fette Würste von den Bäumen hängen und sich gebratene Tauben auf den Teller legen. Wir kennen derartige Geschichten aus den Niederlanden, einen großen Parmesanberg aus Italien, und selbst in der griechischen Antike fliegen, beispielsweise bei Telekleides, gebratene Drosseln in den Mund, Brot wächst von selbst und es gibt Flüsse aus schwarzem Wein.

All diesen Geschichten gemeinsam ist der Ausdruck eines Strebens nach einer besseren Welt, nach einem Ausweg aus der Not und vor allem dem regelmäßig drohenden Hunger. Die Vorstellung, satt zu werden, ohne dafür einen Einsatz zu bringen, scheint gerade im europäischen Raum sehr verlockend zu sein, vielleicht aufgrund langer und harter Winter oder der Mühsal, mit der dem Land an vielen Orten ein karger Ertrag abgetrotzt werden musste.

Dass es leider stets nur bei den Vorstellungen blieb und sich ein solches Land nie hat finden lassen, ist allen bekannt. In der Regel trösten sich die Geschichten mit der Erkenntnis, dass ein Leben unter solchen Verhältnissen für den Menschen letztlich eh schädlich wäre, dass er schnell seiner Trägheit erliegen würde und es unterm Strich ganz gut ist, dass wir uns mit handfester Arbeit plagen.

Dennoch haben die Geschichten bis heute kaum an Kraft verloren und so mancher würde Probleme der Übersättigung gern mit denen, die harte Arbeit verursacht, tauschen. So kann man das Streben nach einer „besseren Welt“, in der die Arbeit zumindest erleichtert wird, mit als Antrieb sehen, warum der Mensch stets auf der Suche nach neuen und besseren Werkzeugen ist, mit denen er sich den Alltag erleichtert.

Über lange Phasen menschlicher Entwicklung und Zivilisationen war das ein äußerst erfolgreiches Vorgehen. Beginnend mit dem Faustkeil, seinen vielen Einsatzmöglichkeiten, hin zur Bändigung des Feuers, der Erfindung des Rades, des Pflugs und schließlich zu großen Maschinen, die auf komplexen Mechanismen wie Zahnrädern und Flaschenzügen basierten, erleichterte modernes Werkzeug das Leben der Menschen immer mehr, führte zu höherer Produktivität und damit auch zu größerer Unabhängigkeit von den Unbilden der Natur.

Doch mit dem Einsatz von automatisierten Prozessen zeigte sich auch zunehmend eine Kehrseite: die Furcht großer Teile der Bevölkerung, nicht mehr gebraucht und von Maschinen ersetzt zu werden, wodurch sie kaum mehr für den eigenen Broterwerb sorgen könnten – Befürchtungen, die bis heute so nicht eingetroffen sind, aber bei jeder großen neuen Entwicklung stark diskutiert werden.


Historische Entwicklungen

1. Weberaufstände

Die zahlreichen, immer wieder auftretenden Aufstände von Webern, beginnend mit dem ausgehenden Mittelalter, bis ins 18. Jahrhundert werden regelmäßig als Beispiele angeführt, um Diskussionen über einen frühen Klassenkampf, den Sturm gegen Maschinen oder über Hungerrevolten auszuführen. Besonders seit der Wende zum 19. Jahrhundert standen vermehrt die neuen Maschinen im Fokus: Jacquard-Webstühle, Spinnmaschinen (Spinning Jenny) etc. weckten die Befürchtung, durch Automatisierung den traditionellen Broterwerb zu verlieren, denn mit den modernen Werkzeugen konnte mit einem Bruchteil der Arbeitskräfte ein Vielfaches an Tuch hergestellt werden.

Dass die Befürchtung nicht ganz unberechtigt war, zeigten Hungersnöte und der tatsächliche Verlust von bis zu einem Drittel der Arbeitsplätze vor allen im ländlichen Umfeld. Allerdings wurde dies schon bald durch neu entstandene Beschäftigungen im städtischen Umfeld mehr als kompensiert: Die günstige Massenproduktion schuf Arbeitsplätze im Handel, im Transportwesen, in Fabriken und angeschlossenen Branchen. Kleidung wurde günstiger und trotz Automatisierung behielten Menschen ihr Auskommen.

2. Industrielle Revolution

Noch deutlicher wird der Wandel, wenn man den Blick auf die Industrielle Revolution im Ganzen weitet. Ausgehend von der schon erwähnten Textilbranche, ergänzt um eine bis dato nicht erreichte Effizienz, die durch den Einsatz von Dampfmaschinen gewonnen wurde (ein einziger Arbeiter konnte Dutzende bis gar Hunderte von Spinnern ersetzen), kam es zu groß angelegten Aufständen. In England ist vor allem die Ludditen-Bewegung ein Begriff, wo Textilarbeiter tausende von Maschinen in organisierten nächtlichen Überfällen zerstörten.

Triebkraft war nicht so sehr eine Feindschaft der Technik gegenüber, sondern die existenzbedrohende Angst vor dem rasant sinkenden Lohnniveau sowie dem fehlenden Bedarf an qualifizierter Handarbeit. Ähnlich ging es bald auch anderen Branchen. Weitere Automatisierungen, neue Energiequellen, Massenproduktion im großen Stil ersetzten zahlreiche traditionelle Handwerksfertigkeiten, schufen allerdings auch völlig neue Betätigungsfelder, wie Elektriker, (Auto)mechaniker, Ingenieure und viele andere.

3. Elektrotechnik & IT-Revolution

Die zweite Industrielle Revolution (ab ca. 1870-1914) und später die dritte (etwa ab den 1970er Jahren) beschleunigten den Wandel noch einmal. Die Einführung der Elektrotechnik (Elektromotor, Glühbirne, Telefon, später der Verbrennungsmotor und das Fließband) machten die Produktion flexibler, effizienter und skalierbarer. Viele schwere Arbeiten konnten ersetzt werden, Fabriken liefen rund um die Uhr und so erreichte auch die Massenproduktion eine neue Dimension.

Ebenso wie schon zuvor kompensierten neue Arbeitsfelder im Konstruktions- und Ingenieurwesen, im Fahrzeug- und Maschinenbau oder in der Chemie die wegfallenden klassischen Arbeitsweisen. Zudem steigerten sie spürbar den Lebensstandard auch von einfachen Arbeitern: Es gab Kühlschränke, Automobile, Telefon, Radio und vieles mehr, was wiederum für Beschäftigung im Handel und in den verbundenen Dienstleistungen sorgte.

Langsam konnte man eine Routine erkennen. Neue Technologien verdrängten die alten und schufen im Gegenzug mehr Luxus und neue Betätigungsfelder. Zwar blieb die Angst vor dem Verlust bis dato herkömmlicher Berufe im Hintergrund immer bestehen, aber die Vorteile waren nicht von der Hand zu weisen und die große Hungersnot durch Massenarbeitslosigkeit blieb aus.

Die IT-Revolution brachte den Wandel zuerst in die Büros und dann in die Wohnungen. Desktop-Publishing und Multimedia waren nicht nur Schlagworte, jeder konnte nun von daheim Broschüren oder Flugblätter erstellen, Musikstücke aus dem Radio speichern und zusammenschneiden, Briefe mit dem PC einfach schreiben und editieren, statt mühsam auf der Schreibmaschine arbeiten. In Büros wurde nicht nur die Buchhaltung vereinfacht, statt aufwändig mit Personal den Dokumentenfluss zwischen Archiv und Sachbearbeiter zu bewältigen, konnte man elektronisch in Echtzeit auf alle freigegebenen Daten zugreifen. Die Idee vom papierlosen Büro war geboren und die Effizienz der Arbeitsschritte steigerte sich zusehends. 

Historisches Fazit: „Et hätt noch immer jood jejange“

So hat sich die Befürchtung, dass mit neuem technologischen Fortschritt eine Erwerbslosigkeit einhergehe und für breite Massen die Betätigungsfelder wegbrechen, nie bewahrheitet. Im Gegenteil gab es einen rasanten Aufschwung und durch die moderne Technik eine Vielzahl an Annehmlichkeiten, die sich durchaus mit dem einen oder anderen Aspekt des Schlaraffenlandes vergleichen lassen, auch wenn natürlich immer noch ein gewisser Aufwand betrieben werden musste. 

Es scheint wie eine Gesetzmäßigkeit: Neuer Fortschritt bringt neue Herausforderungen, neue Tätigkeitsfelder und bei aller Bewältigung vorhandener Mühen hinterlässt er immer noch genügend offene Baustellen, für die sich einzusetzen ein lohnenswerter Auftrag ist.


Moderne Technologien

Vor dem skizzierten Hintergrund stellt sich auch heute wieder die Frage: Werden wir wie gewohnt große Umwälzungen in Bezug auf die Möglichkeiten der sog. Künstlichen Intelligenz zu erwarten haben, die zu einem neuen Schub an Produktivität und gleichzeitig neuen Herausforderungen führen werden, oder könnte es sein, dass es sich diesmal etwas anders entwickelt?

Geht man dieser Frage nach, müssen Gemeinsamkeiten und etwaige Unterschiede zu bisherigen Entwicklungen in den Blick genommen werden. Dabei ist es hilfreich, bei allen Aspekten darauf zu achten, ob sie unter Umständen durch die moderne Entwicklung ersetzt werden können oder nicht. Anders ausgedrückt: Bei der Analyse unserer Situation sollten wir immer Ausschau halten, nach Bereichen, die nicht über kurz oder lang durch Technologien ersetzt werden können, sondern dauerhaft rein menschlich zu bewältigen sind. 

1. Kognitive & physische Arbeit

Während klassisches Werkzeug bis hin zu hochkomplexer Automation vor allem manuelle, repetitive Arbeit ersetzte, zielt KI auf kognitive Aufgaben. Sie kann Texte analysieren, Entscheidungen treffen, kreative Inhalte generieren und unterstützt bereits in zahlreichen Bereichen der Forschung. Abgelöst werden also nicht nur einfache, monotone Tätigkeiten, sondern Arbeitsumfelder von Anwälten, Buchhaltern, Programmierern, Analysten und kreativen Gestaltern.

Nimmt man die Robotik mit hinzu, ist auch denkbar, dass komplexe Tätigkeiten in Handwerk, Industrie und Pflege durch Maschinen ersetzt werden. Interessant ist hier beispielsweise die Entwicklung in China, wo flächendeckend KI-betriebene Gesundheitsboxen installiert werden, die Ultraschall, Blutdruck und mehr abnehmen, Erstdiagnosen stellen, Medikamente ausgeben und nur bei komplexen Fällen weiter überweisen. Sie sollen jetzt schon mit 95% Genauigkeit bei Basisdiagnosen arbeiten und die Kosten signifikant senken.

Nun mag man einwenden, dass die Systeme ja insbesondere im künstlerischen Bereich noch lange nicht an menschliche Erzeugnisse herankommen und gerade zwischenmenschliche Nähe mit Maschinen nur oberflächlich simuliert werden kann. Andererseits passt sich aber auch die menschliche Erwartungshaltung an. Statt dem mehrere zehntausend Euro teuren professionellen Firmenlogo mit komplettem CI genügt vielen gerade kleineren Unternehmen jetzt schon die gratis erstellte schlechtere KI-Variante völlig aus. Der Preis-Leistungs-Unterschied ist oft ausschlaggebender als die Qualität.

Gehen wir einen Schritt weiter in Richtung Kunst. Synchronsprecher sind vermutlich noch lange nicht durch künstliche Stimmen zu ersetzen. Man hört die Tonalität, die fehlende oder falsch eingesetzte Emotion, doch wie lange noch. Und andererseits haben wir uns in den letzten Jahren auch an mindere Qualität gewöhnt, so dass wir uns bei KI-vorgelesenen Tutorials oft schon gar nichts mehr denken.

Auch darf die empfundene Neutralität von Maschinen nicht unterschätzt werden. Sich von einem menschenähnlichen Roboter pflegen oder bei Krankheit und im hohen Alter im Intimbereich säubern zu lassen berührt die Schamgrenze nicht. Es gibt jetzt schon Werbung mit Androiden, die ganz offensichtlich für den Erotikbereich geplant sind und auch wenn Menschen mit echten Emotionen punkten können, reicht vielen vermutlich die Illusion und das oberflächliche Geplänkel: Komplexität beim Gegenüber ist oft deutlich weniger erwünscht, als wir es uns selbst gern einreden.

Was also in diesem Bereich langfristig, als menschliche Domaine übrig bleiben wird, ist vermutlich ein Nischenbereich, von Markt wird man da kaum sprechen können.

2. Geschwindigkeit und Skalierbarkeit

Frühere Technologien brauchten oft Jahrzehnte zur Adoption. Es dauerte Generationen, bis Haushalte flächendeckend mit Strom und Wasser versorgt wurden, der Ausbau der Netzstruktur ist heute noch schleppend. Grundversorgung, wie Glasfaser- oder ein stabiles Handynetz warten in vielen Regionen noch heute auf ihre Umsetzung, wodurch sie schon während der Implementierungsphase technisch überholt sind. Nicht wenige beziehen mittlerweile das Internet per Satellit, so dass man die Straßen im Grunde gar nicht mehr aufreißen müsste.

Die KI hingegen skaliert exponentiell. LLMs, Bild- und Videobearbeitungen, Tools zur Analyse und Unterstützung im Büro oder Alltag verbessern sich rasant, Cloud-Computing macht sie überall zugänglich und neben der ständigen Erkundung neuer Möglichkeiten ist kaum mehr Zeit gegeben, neue Sektoren zu entwickeln, in denen frei gewordene Kapazitäten sinnvoll produktiv werden können. Menschen brauchen Einarbeitungszeit und nicht jeder erbringt überall Top-Leistungen. Früher hatte man Zeit, Fertigkeiten über Jahrzehnte zu perfektionieren, heute weiß man nicht, ob die eben erlernte Qualifikation im Folgejahr noch gebraucht wird.

Als die KI-Chat-Modelle auf den Markt kamen, dachten viele, sie hätten eine Zukunft als Coaches oder im Bereich des Prompting. Noch heute sieht man, wie verzweifelt Menschen ihre Qualifikation in der Bedienung von KI-Systemen zu vermarkten suchen. Dass diese Systeme aber von Grund auf dafür gedacht sind, eben genau diese Techniken nicht mehr zu benötigen, dass es Kern vieler KI-Systeme ist, umgangssprachlich mit Anwendern zu kommunizieren und ihnen durch geschicktes Fragen die Wünsche „aus der Nase ziehen zu wollen“, zeigt die Aussichtslosigkeit dieses Ansatzes.

Wir werden als Menschen mit der Geschwindigkeit, mit der Maschinen Informationen zusammentragen, kombinieren und neue Felder erschließen, allein biologisch nie mithalten können. 

3. Optionen für neue Arbeitsfelder

Man kann es an den Ausführungen bereits erkennen. Eine Prognose abzugeben, was man als junger Mensch heute für eine Ausbildung beginnen solle, die morgen noch gefragt ist, ist faktisch nicht sinnvoll.

Im Gegensatz zu früheren Technologien könnte durch KI die „technologische Arbeitslosigkeit“ stark anwachsen. Gemeint ist damit der Verlust von Arbeitsplätzen durch technologischen Wandel, wie ihn der Ökonom John Maynard Keynes in den 1930er Jahren beschrieb.

Natürlich gibt es Studien und Prognosen, die dem entgegenhalten und beispielsweise in der Entwicklung KI-naher Unternehmen, Mensch-Maschine-Kooperation oder Ethik gefragte Spezialbereiche sehen. Das kommt aber für niederqualifizierte oder auch ältere Menschen kaum in Frage und ob ein relevanter Teil der Bevölkerung auf diese Weise ein Auskommen findet, ist eher unwahrscheinlich.

Gerne weisen wir darauf hin, dass es nach wie vor bei den Erzeugnissen von KI-Systemen erhebliche Schwächen gibt. Wir beklagen den KI-Content auf Social-Media, der uns mit billig gemachten Beiträgen überschwemmt, wir erkennen in Film und Literatur vermehrt die Schwächen eingesetzter KI-Werkzeuge und wer einmal mit den viel gelobten Systemen zu programmieren versucht hat, wird nach der ersten Begeisterung schnell erkennen, dass auch dort mit Wasser gekocht wird:

Code wird an Stellen, die nicht im Fokus stehen ohne Grund verändert und mit Fehlern oder unerwünschten „Features“ ausgestattet, auch KI-Systeme sind eigenen Fehlern gegenüber betriebsblind, Verbesserungsvorschläge lassen oft erkennen, wie wenig Kreativität tatsächlich hinter den Systemen steht und vieles mehr. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass es diese Technik noch gar nicht lange auf dem Markt gibt. Wenn wir nur zwei Jahre zurückblicken, können wir uns gut ausrechnen, was sich in den nächsten zwei Jahren alles verbessern mag.

Ob man als KI-Tester, als Product-Owner im KI-Umfeld, als Impulsgeber oder was immer man sich ausdenken kann, in ein paar Jahren noch gebraucht wird – es gibt weder eine Gewissheit, noch Grund für ungezügelten Optimismus.


Schlussbemerkung

Angesichts diesem doch eher düsteren Ausblick mag man sich fragen, was denn nun zu tun wäre.

Auf politische Entscheidungsträger brauchen wir in Deutschland nicht zu hoffen. Ein Bundeskanzler, dessen Hauptsorge zu sein scheint, dass zu wenig gearbeitet wird, ohne zu erklären, was denn gearbeitet werden solle, ein Standort, der mit künstlich verteuerter Energie und schwerfälligen Verordnungen kreative Unternehmen ausbremst, wo jede Innovation mit Einschränkungen und Verboten erstickt wird, vom AI-Act über Hemmnisse beim autonomen Fahren, Drohnenflug und ganz grundsätzlich bei allem, was unbekannt anmutet – bei einem solchen Staat ist auf positive Impulse nicht zu hoffen. Im Gegenteil: Vetternwirtschaft und Lobbyismus, ein Wirtschaften das vor allem auf kurzfristiges Ausgleichen von Steuerdefiziten aus ist, das Eigentum und Privatinitiativen zumindest skeptisch gegenüber steht, ist mehr Problem als Lösung.

Dabei gäbe es Möglichkeiten. Noch haben wir gut ausgebildete Menschen in erwerbsfähigem Alter, auch wenn die schulischen Leistungen seit Jahren stark zurückgehen: Wir könnten zeigen, wie man innovativ sein kann, ohne wie in China auf Arbeiter einem unmenschlichen Druck auszuüben. Man kann auf persönliche Entfaltung setzen statt auf Masse und Weichen für eine humane Gesellschaft stellen, auch wenn große Teile der Bevölkerung nicht mehr arbeiten müssen.

Man könnte an einem Wirtschaftsmodell der Zukunft arbeiten, unter Einbezug menschlicher und technologischer Fähigkeiten Perspektiven aufbauen, die vielleicht nicht wirtschaftlich tragen müssen, aber doch sozial vorausgehen. Wenn wir vielleicht auf dem Weg ins Schlaraffenland sein mögen: Lernen wir aus den im Märchen beschriebenen Fehlern. Sorgen wir für sinnerfüllende Beschäftigung und ein positives Miteinander.

Und konkret: Lehren wir unsere Kinder Grundfähigkeiten. Lehren wir sie unsere klassische humanistische Bildung, zeigen wir ihnen, wie man erkennt, ob eine Aussage valide und tragfähig ist, ob ein Text manipulativ oder sachlich geschrieben ist, geben wir ihnen das Rüstzeug, auch ihre Welt mit eigenen Augen zu prüfen, zur Not auch mit einfachem Werkzeug überleben zu können, damit sie aus einer unabhängigen Perspektive auf die Möglichkeiten blicken können, die ihnen die Zukunft bereithält und nicht in die Abhängigkeit eines aufwandlosen Konsums geraten, der zwar gratis sein mag, aber die Freiheit kostet.